Reise zur Inneren Heilerin

sanddorn

Das Pfingstcamp gestaltete sich hauptsächlich durch den Einsatz jedes einzelnen Teilnehmers. Also kein wir-lassen-uns-bespassen, sondern aktive Teilnahme vom Essen bereiten bis zur Freizeitgestaltung. Andrea, Tanztherapeutin und Yogalehrerin, hat eine Reise zur inneren Heilerin angeboten. Es war im Prinzip eine Art geführte Meditation. Hat mir soo wohl getan, und ich zehre noch immer davon.

Mach dich auf den Weg zu deiner Heilerin

Mein Weg führt antlang einer Steilküste. Zu meiner rechten brechen die Wellen gegen das kuze Stück Strand. Zu meiner linken geht es steil hinauf. Ich klettere entlang von großen grobem Fels. Die Felsen sind kantig, aber ich laufe sicher und entschlossen meinen Weg. Ich kann das Meer rauschen hören und habe den salzigen Duft in der Nase. In der Ferne ahne ich schon die Höhle meiner Heilerin.

Der Weg wird immer steiler und an der Seite führt ein schmaler Pfad die Böschung hinauf. Ich muss mich gut an Wurzeln und herumliegenden Steinen festhalten. Ich bin barfuss und erklimme den Weg hinauf zum Wohnort meiner Heilerin. Ich kann ihr Tor schon sehen.

Nun erreichst du das Tor. Wie sieht das Tor aus?

Der Garten der Heilerin ist umzäunt mit einer niedrigen Mauer aus kleinen Steinen. Das Tor ist offen und nur zum durchgehen (nicht zum Verschliessen). Es ist aus Weidenzweigen gewunden und wirkt verwunschen, verwachsen und geheimnisvoll.

Tritt durch das Tor hindurch in ihren Garten. Wie ist der Garten? Was nimmst du wahr?

Der Garten der Heilerin ist klein. Zumindest, was ich bis zum Höhleneingang wahrnehme. Es gibt Sandorn und Thymian. Entsprechend intensiv duftet es auch. Ich gehe bis zur Höhle und trete ein.

Dann triffst du die Heilerin.

Die Heilerin erwartet mich schon. Sie sitzt in der Mitte der Höhle. Ich nehme nicht viel von der Höhle war. Ich kann nicht sagen, ob sie große oder klein ist. Der Raum, in dem wir sitzen ist geräumig, aber nicht groß. Die Heilerin ist eine Frau. Oh, und was für eine Frau. Gut gebaut, strahlend, mittleren Alters und wunderbar wild und weiblich. Sie hat lange Haare, ein bisschen wie meine Puppe (hab ich vielleicht unbewusst meine Heilpuppe geschaffen? Ich sehe sie jetzt mit ganz anderen Augen). Ich setze mich zu ihren Füssen. Wir sprechen nicht. Ich sitze einfach nur da und spüre ihre Energie.

Du bist mit einem Wunsch gekommen. Was ist dein Wunsch an deine Heilerin?

Bis dato wusste ich nichts von meinem Wunsch. Aber da plötzlich war er mir Klar. Heilerin. Ich möchte auch Heilerin sein. Ich möchte du sein. Die Heilerin lächelt. Ich lege meinen Kopf in ihren Schoss. Ich geniesse ihre Nähe, ihre Gegenwart, ihren Körper, den Geruch, alles. Ich fühle mich geborgen und wohl und gleichzeitig wehmütig, weil ich weiss, daß ich gleich wieder gehen muss. Sie dalassen. Sie verabschieden. Ich spüre den Körper und all das Wissen der Heilerin. Die unglaubliche Tiefe und Energie, die von ihr ausgeht.

Deine Heilerin gibt dir ein Geschenk.

Dann gibt mir die Heilerin mit einem Lächeln eine Keramikschale. Eine gewitterblaue Keramikschale. Ich bin etwas verwirrt und weiss nicht, was ich damit tun soll, bin mir aber sicher, daß sich mir die Bedeutung dieses Geschenkes zur rechten zeit offenbahren wird.

Du trittst den Rückweg an.

Ich bedanke mich und mache mich auf den Rückweg. Meine Schritte sind, im Gegensatz zum Hinweg, langsam und zögerlich. Ich möchte bleiben, ich möchte nicht gehen, nicht von ihr getrennt sein, nicht von diesem wunderbaren Ort getrennt sein. Ich gehe durch den Garten, durch das Tor. Ich sehe mich immer wieder um. Im Eingang der Höhle steht die Heilerin und lächelt. Tapfer gehe ich, mein Herz schmerzt, ich habe Sehnsucht. Sehnsucht, die mich den ganzen Rückweg begleitet. Bittersüsse Sehnsucht. Und eine Keramikschale in der Tasche.

Nun komm langsam zurück von deiner Reise, von deiner Heilerin.

Ich setzte mich auf einen Fels und schaue dem Meer zu. Ich halte die Schale in der Hand. Und denke über das alles nach. Über meinen Wunsch. Über das Geschenk. Und spüre nach. Und fühle mich wohl.


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5 Responses to “Reise zur Inneren Heilerin”


  1. 2 Steffi 17. Juni 2010 um 20:54

    Ja, sehr schön!
    (Dein Bild übrigens auch!)
    Lieben Gruß, vielleicht bis bald mal. Steffi

  2. 3 Katharina 18. Juni 2010 um 15:52

    „Gewitterblau“ klingt einfach großartig.
    Danke für diese inspirierende Reise. Ich bin schon ganz gespannt, was meine Heilerin mir auf den Weg geben wird.
    Katharina

  3. 4 Annette 18. Juni 2010 um 18:22

    Sooo schön, ich sehe das alles sozusagen genau vor mir *seufz* – ich glaube, sowas könnte ich auch mal gebrauchen.

    Liebe Grüße unbekannterweise
    Annette


  1. 1 Eine Heilreise « Jademond Trackback zu 12. Oktober 2010 um 09:17

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