Veganerkinder, Teil 1

Da tauchten hier und da immer wieder Fragen auf zu den Kindern. Wie wir das hier machen und überhaupt. Das ist ein rieisges Thema, deshalb schiebe ich es auch schon eine Weile vor mir her. Und eigentlich weiss ich gar nicht recht wie und wo ich anfangen soll. Aber ich versuchs mal. Hier sind so eure Fragen und meine Antworten drauf.

Und wie das so ist, ob deine Kinder jemals Lust auf Fleisch hatten und es testen wollen.

Meine Tochter (9) hat eine zeitlang, wenn wir woanders waren, Wurst und Fleisch probiert (bei Freunden, bei Opa). Das hat ihr auch geschmeckt. Irgendwann hat sie aber beschlossen, daß ihre Tierliebe größer ist als das Bedürfnis nach Fleisch oder Wurst. Das war so mit 7. Vegan klappt nicht ganz so gut. Da sind zu viele leckere Verlockungen wie Käse, Milchreis & Co wenn sie woanders ist. Aber das ist ok. Sie versucht drauf zu achten, die Menge gering zu halten (sie soll generell keine Milchprodukte und kein Gluten essen, weil ihre Leber sonst blockiert und diverse Körperfunktionen nicht optimal laufen. Es passiert nichts schlimmes, wenn sie die Sachen isst, aber sie merkt den Unterschied).

Mein Sohn (3) ist grad in der Phase, wo er am liebsten alles probieren möchte. Da wir aber zu Fleischessern so gut wie keinen Kontakt haben, ist er bisher noch nicht in die Gelegenheit gekommen, das zu testen. Ich würde das auch, solange es geht, noch zu verhindern versuchen (Situationen meiden, Alternativen anbieten). Vorallem aus gesundheitlichen Gründen (Gifte, die bei der Fleischverdauung entstehen, Hormone, Salze etc).

Haben beide also keine wirkliche Lust drauf. Kennen es allerdings auch nicht als „Muster“ aus ihrer Frühkindheit oder so.

mich würd interessieren, wie du deine vegane ernährung bzw. die der kinder bei einladungen, schule, exkursionswochen etc. praktizierst.

Das betrifft ja hauptsächlich die Tochter. Der Sohn geht zur Spielgruppe. Damit er kein Weizen isst und einen hohen Rohanteil behält, gebe ich ihm sein Vesper mit zur Spielgruppe (meistens Obstsalat, Apfel oder so und wenn er doch Knäckebrot essen möchte, dann bekommt er diese länglichen Reisscheiben mit bzw hab ich da mal einen Packen der Erzieherin mitgegeben). Das ist kein Problem. Bei speziellen Anlässen, wo es was anderes gibt, sagt mir die Erzieherin vorher bescheid und ich gebe eine Alternative mit. zB rohe Lebkuchen an Weihnachten.

Die Tochter geht an eine freie Schule. Da ist der Anteil an vegetarischen Familien wohl von Haus aus höher als sonst. Dh sie ist nicht die einzige, die sich vegetarisch bzw vegan ernährt. Grundsätzlich entscheidet die Tochter ja selbst, was sie isst. Also muss ich da nicht speziell drauf achten. Wenn sie zB wo ist, wo es was nicht-vegetarisches gibt, dann isst sie eben nur den vegetarischen Anteil oder eine Alternative (wie neulich zB Obst). Aber das ist selten problematisch. Die meisten wissen auch daß wir Vegetarier sind und stellen sich dann drauf ein, wenn die Tochter zu Besuch ist (wenn wir ein Kind zu Besuch haben, wo ich weiss, daß es zB keine Kartoffeln mag, dann koche ich an diesem Tag ja auch nicht gerade ein Kartoffelgericht…). Einige Lernbegleiter der Tochter sind auch Vegetarier, sodass auch auf Exkursionen und Festen immer ein hoher Veggie-Anteil ist. Und wenn wir so unterwegs sind, haben wirs eigentlich auch oft vegetarisch zu tun (mit den Yogis). Wenn wir nicht sicher sind, nehmen wir ein paar Alternativen mit. Obst, Avocados…

Manchmal, wenn es unklar ist, informiere ich mich vorher, um mich entsprechend drauf einstellen zu können. zB bei Einladungen in Restaurants, zu größeren Festen, Workshops, Hotels etc. Bisher war das nie ein Problem. Wir tanzen auch in der Jugenherberge (oder in der Klinik zur Geburt) mit unserem eignen Picknickkorb an, weil uns das viel besser schmeckt als abgepackter Plastikaufschnit auf Luftsemmeln.

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2 Responses to “Veganerkinder, Teil 1”


  1. 1 mondenkind 20. Mai 2011 um 15:18

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Jetzt sind viele meiner Fragen geklärt. Nehmen wir an, die Tochter würde im Geschäft nach Wurst verlangen. Würdest du sie kaufen und bei euch zu Hause auf den Tisch stellen? Ich glaube das wäre der Punkt, wo ich wahrsch. nicht mehr mitspielen würde als Mama ;)weil ich nicht mag, dass Fleisch bei mir daheim auf den Tisch kommt.

    • 2 jademond 20. Mai 2011 um 15:21

      nein, das würde ich nicht tun. ich würde ihr auch erklären, daß ich durch meinen Kauf die Fleischindustrie und was dazu gehört nicht unterstützen möchte und keine Nachfrage erzeugen möchte. Das versteht sie mittlerweile schon sehr gut.


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