Kalt schlafen

kaltschlafen 1

Wenn man mit kleinen Kindern zusammen lebt, etablieren sich mit der Zeit völlig neue Sprachschöpfungen, die sich schleichend in den Sprachgebrauch integrieren, Familienintern sind und ihre eigene Geschichte haben. Ich mag das wirklich sehr. Diese kleine Kinderlogik und daraus entstehenden Wortkreationen. Die öffnen uns doch oftmals den Blick & die Wahrnehmung, um unser Denken auch mal um die Ecke zu schicken.

Als das Tochterkind ca 4 war, fiel ihr der Name für Ellenbogen nicht ein. Sie nannte es ‚Knickmacher‘. Genial, oder?

Oder der (Nass)Rasierer des Papas war folgerichtig seiner Anwendung, ein ‚Bartschäler‘.

Länger gehalten hat sich das Wort für A*ctimel und derartige süsse Joghurtgetränke. Das waren allesamt ‚Trinktrunks‘.

Beim Sohn entwickelt sich das ähnlich. Fester Bestandteil im familieninternen Sprachgebrauch ist das ‚Nullstoffkissen‘ (jenes dinkelgefüllte Reisekissen, was jedes Familienmitglied zu Weihnachten bekam – sein mit seinem heissgeliebten Nullstoff genäht).

Am lustigsten finden wird jedoch, daß der Sohn ‚kalt schlafen‘ möchte. Dh, er möchte keine Schlafsachen anziehen. Möchte er n*ackt sein, sagt er, daß er kalt sein möchte. Wir finden das nett und haben es mittlerweile schon übernommen. Abends fragen wir: „Möchtest du heute kalt schlafen?“

Mal sehen, was für Schöpfungen hier noch entstehen. Gibt es sowas bei Euch auch? So ganz Familieninterne Vokabeln?

edit: ganz vergessen noch. Wimpern!!! Wimpern und dergleichen sind beim Wolf „Augenhaare“. Klar, oder?

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13 Responses to “Kalt schlafen”


  1. 1 ANJA 30. Juni 2011 um 07:08

    Hallo und guten Morgen !

    Bei uns heißt der Kuchenrand “ Griff „, weil meine Schwester als sie noch klein war immer sagte sie möchte den “ Griff “ vom Kuchen nicht mitessen, da der meist sehr trocken war (Mürbeteig). Genauso wollte sie vom Salat nur die „Rüschen und Spitzen“ = die ganz hellen und gekräuselten Blätter ganz innen im Kopfsalat ;)
    Gruß ANJA

  2. 2 Barbara 30. Juni 2011 um 08:03

    Guten Morgen!
    Bei uns gab es im Laufe der Zeit etliche Wortneuschöpfungen. Am prägnantesten – weil auch von den Großeltern übernommen – ist wohl das Wort „einheizen“ für ins Bett bringen (so mit Vorlesen und Rückenkratzen des jeweiligen Zwergs). Hört sich etwas bizarr an für Außenstehende, hat aber den Ursprung im Ausdruck „Heizi machen“, der bei uns sehr schnell zu sehr Babysprache war und entsprechend verballhornt wurde.
    Momentan ist bei uns auch „torf“ im Sinne von doof (nicht böse gemeint!!) sehr en vogue. So ist z.B. unsere Katze torf, wenn sie an der Terrassentüre reingelassen werden will und dann nonstop zur Haustüre durchsaust, nur um da wieder raus zu wollen. Oder ich stöhne „Ich bin so torf!“, weil mir beim Stricken, Nähen, Kochen ein idiotischer Fehler unterlaufen ist.
    Bei meinem großen Sohn war Joghurt lange ein „Danke“, weil er beim Anblick eines Joghurtbechers sofort die Hände danach ausgestreckt hat und „Danke!“ gerufen hat. Hatte zur Folge, dass er gefragt wurde „Magst du einen Danke?“.
    Ach ja, mein kleiner Sohn (3) nennt Motorräder lautmalerisch „Knackerton“!
    Liebe Grüße aus Bayern (wo die Regelschulen wesentlich besser sind als Du vermutest!!)
    Barbara

  3. 3 Daniela 30. Juni 2011 um 08:10

    Das ist toll! :-D

    Bei uns gibt/gab es das Wort: Fußfinger für Zehen
    Das fand ich ja total süß, als die Tochter sich im Auto sitzend ihre Füße anguckte und irgendwas über ihre ‚Fußfinger‘ erzählte! *g*

  4. 4 cecilia 30. Juni 2011 um 09:36

    hihi, das nullstoffkissen finde ich gut. klingt wie der keinohrhase :)

  5. 5 julimond 30. Juni 2011 um 10:00

    Mein absoluter Favorit ist der „Knickmacher“!!!!

    Und mein Favorit in der eigenen Familie ist „namseln“ Tristan Wort für Stillen! Für ihn hieß jede form der Nahrungsaufnahme anfangs „Nam“, da sein Haupt und Lieblingsnahrungsmittel nunmal lange Zeit Muttermilch war hieß das Stillen anfangs „Nam“ dann wurde daraus „Namseln“ und Brüste (sowohl weibliche als auch männliche) heißen für ihn bis heute „Nam-Nam´s“)

  6. 6 Frau Nashorn 30. Juni 2011 um 13:20

    Hier ist momentat Sohn2 (2 1/2) der Wort-Kreative: Auf „Müslieb“ zum Frühstück und den „Badebindel“ (Bademantel) mag ich nicht mehr verzichten!

  7. 7 pantsukudasai 30. Juni 2011 um 15:02

    hallo ramona,

    ich lese seit ein paar monaten dein blog(hab dich über eva/ringelmiez gefunden)und ich finde deine themen fast ausnahmslos interessant. du kommst sehr authentisch und sympathisch rüber und illustrierst das ganze wirklich toll mit wunderschönen fotos. zudem interessiere ich mich seit einiger zeit sehr für vegane und rohe küche. ich wollte schon längst mal kommentiert haben, bei dem post kann ich mich aber wirklich nicht mehr zurückhalten.;)

    mein großer sohn(seit 6 woche hab ich zwei von der sorte)ist nämlich auch sehr kreativ bei solchen wortschöpfungen. ich glaube es fing an mit „hautscherben“, egal ob pickel, sonnenbrand oder schuppen, ist es einfach ein synonym für schlechte haut. was mir auf die schnelle noch einfällt ist „augenschön“(hübsche sachen, egal was), ausserdem benannte er seine zehen mit riesenzeh, zeigezeh, mittelzeh, ringzeh und zwergenzeh. am allertollsten finde ich aber „sockengleise“, so nennt er den abdruck den der gummizug von socken am knöchel hinterlässt. und mit seinem patchworkpapa hat er gemeinsam einen geheime zahlensprache entwickelt, das „quatschig“, eine mischung aus mehreren sprachen. da heißt dann zb quaranzig vierzig, novetenci neunzehn, thirzig dreißig usw…

    mir macht dieser spielerische umgang mit sprache furchtbaren spaß und ich bin jedes mal entzückt und berührt wenn mein sohn sich etwas neues einfallen lässt.:)

    ein favorit der ganzen familie ist übrigens inzwischen eine wortkreation von evas max: luftbläse für seifenblasen. so nennen wir jetzt auch das milchgeblubber vom kleinen sohn, hihi.^^

    allerliebste grüße,
    naomi

  8. 8 Dine 30. Juni 2011 um 15:09

    Alles süße Wortkreationen. Unsere Große hat bei einem neuen Leberfleck gerufen: ein Leberpunkt! oder für den „Großen Wagen“ am Himmel fragte sie: wo ist der Laster? Mal schauen, was unser Kleiner dann mal sagen wird…

  9. 9 frau siebensachen 30. Juni 2011 um 18:54

    bei uns gabs mal den ‚halmschlürfer‘.

    (ich liiiiiebe solche worte auch sehr! die dainter steckende kreativität der kinder im denken ist schon großartig!)

  10. 11 Christine 2. Juli 2011 um 19:37

    Meine Tochter wollte, als sie klein war, zum Geschichten vorlesen und Bilderbuch gucken immer gern „zu beit“ sitzen – eine Mischung aus zu zweit und zwischen meinen Beinen, mit dem Rücken an mich gelehnt, damit wir beide gut ins Buch gucken können.
    Manchmal, wenn sie sehr kuschelig ist, mag sie das heute mit ihren zehn Jahren noch gern!


  1. 1 Kalt schlafen « Jademond Trackback zu 30. Juni 2011 um 09:21
  2. 2 Kalt, Warm und Lebenstypen « Jademond Trackback zu 14. Februar 2012 um 06:15

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