Wilder Wolf

spielplatzausflug-22

Heute muss ich mal über den kleinen Wolf schreiben. Der ist ja wirklich ein ganz entzückender und süsser. Natürlich. Ist ja mein Sohn. Grad momentan bringt er mich hin und wieder an meine Grenzen. Meine Kinder waren irgendwie schon immer Wildschweine. Ich dachte schon, die Tochter hat’s faustdick hinter den Ohren. Aber der Wolf, der setzt dem noch eins drauf (ok, er hat die Tochter zum Vorbild). Oder ist das normal für 3jährige? Ich hab da nicht so den Vergleich. Doch zurück zu meinen Grenzen. Ich ertrage es nur schlecht, wenn die Kinder sich fetzen. Die Tochter baut auf, der Wolf zerstört, die Tochter haut zu, der Wolf spuckt, die Tochter kreischt trommelfellklirrend, der Wolf kreischt gleich mit…usw. Manchmal denkt man, hier ist Mord und Todschlag angesagt.
Der Wolf provoziert Reaktionen. Er nimmt Spielsachen der Tochter (oder von uns) weg und wirft sie irgendwohin, sobald man ihn dabei erwischt. Mit vielteiligen (Eisenbahn, Spiele mit Karten…) Spielsachen kommt er nur eine Weile klar. Hat er genug davon, fledert er sie wahlweise mit Händen oder Füßen durch die Gegend. Er testet grad aus. Gestern beim Abendessen wollte er partout und unedingt die Füße auf dem Tisch haben. Er malt auf den Tisch, grinst und wartet auf unsere Reaktion. Er spuckt. Er zerlegt die Wohnung.
Das passt sehr zu seiner auch sonstigen Ursache-und-Wirkung-Phase. Er liebt es, Knöpfe zu drücken und zu sehen was passiert, er spielt mit Kränen, wo man Hebel bewegen und Spulen drehen kann. Alles untersucht er sehr genau, wo was passiert, wenn er etwas bewegt. Das sind ja auch Reaktionen.

So im Großen und Ganzen finde ich das ja süß und toll. Da sieht man förmlich, wie das kleine Gehirn arbeitet und Synapsen sich verknüpfen. Aber mit diesen zwischenzeitlichen ungelenkten Energieausbrüchen…puh, die bringen mich desöfteren auf die Palme. Da muss ich noch etwas an meiner inneren Ausgeglichenheit arbeiten. Kann ja leider nicht den ganzen Tag mit ihm draussen sein, sondern muss auch mal was arbeiten.

So, jetzt aber raus mit dem Burschen an die Frischluft. Das hilft nämlich immer. Wölfe sind am liebsten in der freien Natur.

(Ich freu mich schon drauf, bald bei Oma zu sein. Da kann er den ganzen Tag draussen sein und rumwildern)

Advertisements

9 Responses to “Wilder Wolf”


  1. 1 Anna 2. August 2011 um 14:07

    Oh ja, das kommt mir alles sehr, sehr bekannt vor… scheint also wirklich gerade eine altertypische Phase zu sein!
    Herzliche Grüsse
    Anna

  2. 2 Inés 2. August 2011 um 14:25

    Bei uns geht es z.T. ähnlich zu. Ich weis auch manchmal nicht, was meine beste Reaktion ist in bestimmten Momenten. Manchmal finde ich das ganze auch zu lustig oder belanglos, Aber man darf es sich ja nicht anmerken lassen, wenn man mal etwas strenger sein will….

  3. 3 moseskinder 2. August 2011 um 19:04

    Hahaha….du schreibst von Moses;-))))

  4. 4 Frische Brise 2. August 2011 um 19:42

    Willkommen in dieser Phase!
    Ist nicht leicht auszuhalten, ist bei uns auch öfter so ;-)

  5. 5 kristl 2. August 2011 um 20:19

    was mir dazu einfällt ist ihm immer wieder deine authentischen grenzen zu erklären indem du sagtst „dass will ich“ oder „das will ich nicht“…muss man ja teilweise sehr oft wiederholen aber irgendwann zahlt sich das aus! der wolf ist echt ein schönes kind find ich! ich lieb ja jungs mit langem haar. wolle er das so???

    • 6 jademond 2. August 2011 um 20:38

      bisher hat er sich noch nicht beschwert bzw was anderes gewollt. vor einem jahr hat er sich die locken ja mal abgeschnitten. aber bisher mag er das so. mal mit zopf, mal offen, mal mit tuch, mal mit turban oder mütze…

  6. 7 Isla 2. August 2011 um 21:52

    Meiner hätte gern lange Haare…aber bei DEN Afrolocken ist das ja kaum möglich (das wächst dann eher nach oben ;-) und kämmen kann man die Haare auch kaum).

    …und…diese Phase kenne ich auch. Allerdings ist mein Sohn jetzt schon fast 7 und ich hab das Gefühl, dass sie nie wirklich vorbei geht…eher wird sie mal schwächer, mal stärker. (das macht dir jetzt sicher Mut!)

  7. 8 Stefanie 3. August 2011 um 06:57

    Hallo, ja, diese Phase kenne ich!Ich habe 4 Söhne zwischen 2 und 10…und manchmal glaube ich ,am besten bleiben wir den ganzen Tag draußen…Schön das es woander auch so ist.
    LG Steffi

  8. 9 Lisa 3. August 2011 um 08:55

    Liebe Ramona, seit einige Zeit lese ich immer mal wieder bei Dir rein. Anfangs habe ich gedacht „Wolf “ ist eben einfach Wolf, ist halt so. Doch in letzter Zeit habe ich mich öfter gefragt warum eigentlich. Warum ist er Wolf und nicht „kleiner Bruder“ oder „Sohn“?
    Und wo ich schon mal hier bin will ich auch gleich noch was zum Erzieher-Schlüssel im Kindergarten sagen. Ich bin selbst Kindergärtnerin und wenn es nach mir und meinen Kolleginnen ginge, hätten wir nie mehr als 15 Kinder (auf 2 Erwachsene) in einer Gruppe. Aber wie so oft scheitert das in den meisten Fällen am Geld. Selbst die Praktikantin ist nicht immer drin (sofern das Praktikum über einen Träger läuft, womit dann auch Kosten verbunden sind). Ich habe im letzten Kindergartenjahr in einer integrativen Kleinkindgruppe mit 6 Kindern gearbeitet und kam dann in eine Regelgruppe mit 21 Kindern- da schlackert man schon teilweise mit den Ohren, weil so oft das Gefühl aufkommt den Kindern nicht wirklich gerecht zu werden, weil es (heute) viele Kinder gibt, die viel mehr Aufmerksamkeit bräuchten…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s





%d Bloggern gefällt das: