Schwangerschaftsgedanken VIII

hebammenfruehstueck

SSW 25+3
Gewicht +5 kg
Bauchumfang 91 cm

Das Baby fordert nun immer mehr Präsenz in meinen Gedanken. Es bedient sich in erster Linie meines Körpers als Ausdrucksmittel für seinen Aufmerksamkeitswunsch. Sehr clever.

Die Kreisklinik von innen
Beginnen wir bei Mittwoch letzter Woche. Ich deutete bereits an, daß manche Planungen spontan durch flexibles Handeln ersetzt werden sollten. Ich vertütelte den Nachmittag mit dem Wolf im Büro. Wir haben gemalt und gespielt. Die Tochter war in München verabredet. Der Mann sollte sie abholen (mit der Bahn) und wir würden uns am Bahnhof zur gemeinsamen Heimfahrt treffen. Ich wollte vorher noch mit dem Wolf einkaufen gehen, denn unsere Vorräte waren so gut wie erschöpft. So gegen 5 war ich auf Toilette und erschrak gar sehr vor einer Schmierblutung in meinem Slip. Leichte Schmierblutungen kannte ich schon, sie beunruhigten mich nicht weiter und kamen bisher schon 2x in dieser Schwangerschaft vor. Doch diese war viel kräftiger als sonst. Nicht frisch, aber ungewohnt viel. Ich war etwas beunruhigt und rief die Hebamme um Rat an. Wir besprachen, daß ich schon einen Ultraschall machen lassen soll, um eventuelle Ursachen herauszufinden/auszuschliessen (Probleme mit der Plazenta, Hämatom, Muttermund). EIne einfache vaginale Untersuchung ihrerseits hätte nicht gereicht um Klarheit zu bringen. Also rief ich in der Kreisklinik an und meldete mich so gegen 19 Uhr zum durchchecken an. Ja, ich solle doch einfach vorbeikommen (gynökologische Notfallsprechstunde). Ich war sehr nervös, habe gefroren und gezittert, musste dauern aufs Klo. Aber ich hab versucht, die Nerven zu bewahren. Ich hab den Mann kontaktiert und ihm die notwendigen Tochter-Abhol-Instruktionen (Bahnfahrzeiten, Adresse etc) durchegegeben. Ich hab die Tochterfreundinmama angerufen, um mit ihr den Übergabezeitpunkt auszumachen. Ich hab dem Wolf schnell etwas zum Abendessen gemacht und für meine hungrige Bande, die noch unterwegs war ein bisschen Obst eingepackt (2 Bananen, 1 schrumpeliger Apfel, 1 Früchteriegel). Da ich wusste, daß wir es zum Einkaufen nicht mehr schaffen würden, habe ich für den nächsten morgen genau 1 Stück Obst von jeder Sorte für den Smoothie gelassen und auch das Brot wohlverpackt in der Box liegen lassen. Mir selbst war überhaupt nicht nach Essen. Aber ich glaube, ich hatte eine Orange.
Dann sind wir zum Bahnhof gefahren, die Familie einsammeln. Das Auto war auf Reserve. Also sind wir noch zum Tanken und dann in die Klinik gefahren. Dort verbrachten wir dann 2,5 h. Zwischendrin gab es einen Kaiserschnitt (45 min Wartezeit) und diverse andere organisatorische und Klinikstressbedingte Wartezeiten. Ich wurde untersucht, ultrageschallt und ans CTG gehangen. Meine Familie hat sich derweil ganz tapfer die Zeit im Warteraum vertrieben. Wir hatten zwischendrin keine Möglichkeit zu kommunizieren, sonst hätte der Mann auch schon heim fahren können.
Am Ende war nichts. Alles ok. Die Blutung kam möglicherweise von der Schleimhaut, ausgelöst durch nicht gerade sanfte Tritte der Springforelle gen Ausgang (die Ärztin hat mir ein Bild vom tretenden Fuß mitgegeben).  Aber man wusste es nicht und am liebsten sollte ich noch eine Nacht zur Beobachtung da bleiben (was ich aber abgelehnt habe, da ja alle Risikofaktoren abgeklärt waren).
Erleichtert und total müde fuhren wir nach Hause und waren gegen 23:15 Uhr im Bett. Die Kinder habe ich am nächsten Tag zu hause behalten, damit sie Ausschlafen konnten.
Insgesamt war es eine interesante Erfahrung. Die Kommunikation der Ärzte, die Denkweise. Wenn ich von meiner Hebamme komme, bin ich immer beruhigt und entspannt. Dort war eher das Gegenteil der Fall. Hebammen scheinen grundsätzlich keine Autorität zu sein, denn man hat kritisiert, warum ich zu den Vorsorgeterminen nicht zum Frauenarzt gehe (? Die Hebamme macht das Gleiche, was auch der Arzt tun würde). Usw.
Den nächsten Tag habe ich noch etwas in Übermüdung und in mich hineinhorchend verbracht. Aber Es geht mir gut und alles ist wieder im Lot.

Die Hebamme
Am Freitag war eh Hebammentag. Wir unterhielten uns kurz über unsere Erlebnisse in der Klinik. Ansonsten gab es nun unser Infogespräch zum Thema Hausgeburt oder nicht. Und noch bisschen Frauengespräche und Vorsorge (viel war ja nicht mehr zu machen). Bluttest wollte ich gleich am Montag (heute) mit beim Hausarzt machen lassen, da ich eh zum Blutabnehmen einen Termin hatte. Nun geistern in meinem Kopf diverse Klinik- und Hausgeburtsgedanken, vorallem logistischer Art, herum (Fahrwege, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe und sonstige Eventualitäten)

Die Blutabnahme
Heute war ich beim Hausarzt Blut abnehmen lassen. Der sollte auch gleich das Blutbild für die Schwangerevorsorge mit übernehmen, Hb bestimmen, Antikörpersuchtest…was halt grad so grad ist. Ich hatte mit der Hebamme vereinbahrt, daß ich, falls er das nicht abrechnen kann, weil der entsprechende Gyn-Schein fehlt, ich ihr dir Röhrchen vorbeibringe und sie diese in ihr Labor schickt. So war es denn auch. Hab nach dem Blutabnehmen (nüchtern) den Mann zum Bahnhof gefahren und wollte die Blutröhrchen (ein seltsames Gefühl, mit seinem eignen Blut in der tasche durch die Gegend zu laufen) bei der Hebamme rumbringen. Es stellte sich heraus, daß es die falschen Röhrchen waren und sie nochmal was abzapfen musste. Ok. Konnten wir schnell machen. Dann hat sie nochmal Blutdruck gemessen und beim Blick auf den Wert nur gesagt: „So kann ich dich nicht rauslassen“. Er war irgendwas um die 80 herum. Dabei ging es mir, abgesehen von eiskalten Händen, eigentlich ganz gut. Aber ja, manchmal schätzt man das ja auch ganz falsch ein. Sie hat mir dann einen grünen Tee gemacht und mich zusammen mit einer Banane in ihren Warteraum gesetzt (sie hatte noch eine andere Patientin), damit ich mich erstmal aufpäppel. Ich fand das sehr aufmerksam. Also hab ich da gemütlich strickend meinen Tee geschlürft, Banane und Kokosriegel gefrühstückt und bin dann nach Hause gefahren. Und nun überlege ich, wie ich den Rest des Tages gestalte. Die Tochter hat heut Nachmittagsprogramm, der Wolf will aber beschäftigt werden.

Die Springforelle
Ganz munter und aktiv zeigt sich dieser Tage mein kleiner Bauchbewohner. Auf dem Ultraschall und CTG war da ein ständig woanders liegendes, sehr aktives Baby zu sehen. Mal beult da ein Beinchen raus, mal dort. Mal bekomme ich ein Tritt gegen die Blase, mal eher gegen die Rippen. Ich hab dauernd das Gefühl, aufs Klo zu müssen. Kleine winzige Schluckaufs sind auch manchmal zu spüren. Wir beide (der Mann und ich) haben das Gefühl, daß es ein ganz anderer Charakter wird, als der Wolf. Fühlt sich insgesamt alles so ganz anders an. Vorfreude rückt in den Vordergrund.

Die Versicherung
Wie ich bereits erwähnte, soll die Springforelle ja auch privat oder freiwillig gestezlich versichert werden, da ise nicht über meine Familienversicherung laufen kann. Da stellt sich uns die Frage: Wenn sie ganz frisch schlüpft, wie ist sie dann versichert? Austomatisch erstmal bei mir? Oder gar nicht und die Leistungen werden rückwirkend berechnet? Das wollen wir mal noch herausfinden. Zeit, mal wieder unseren netten Versicherungsberater (ein wirklich sehr enagierter Herr) zu befragen (und dann demnächst mit einem neuen Auftrag zu betrauen).

Die Unsicherheit
Neulich schrieb ich ja schonmal von der Unsicherheit, die mich immer wieder einholt. Oder auch Angst. Es ist nichts vordergründiges und auch keien wirkliche Angst. Eher ein tiefes Wissen von dem, was da auf mich, auf uns zukommt. In meinem derzeitigen Buch steht aber auch drin, daß eben diese Angst gut ist. Daß sie unser Motor ist. („Worry is the work of pregnancy“). Weil man sich seinen Ängsten stellen kann, erkennen, was genau dahinter steckt. Die Autorin des Buches schlägt sogar sowas wie eine Worry-List (Sorgen-Liste) vor, mit der man arbeiten kann, weil man dann eine Liste von möglichen Reaktionen zum Umgang mit den Ängsten erwarbeiten kann (coping responses). Es war beruhigend zu hören, daß meine Hebamme ähnliche Erfahrungen von anderen Mehrgebährenden kennt. Beim ersten Kind geht man noch total motiviert in die Geburt, beim zweiten eher so naja und bei den weiteren ist die Freude auch etwas verhalten. Ist nicht bei allen so, klar, aber doch eine Grundtendenz. Ich werde mich mal mental bisschen mit meiner verhaltenen Freude auseinandersetzen und schaun, was da dahinter steckt. Denn eigentlich weiss ich ja, daß ich das schaffe und daß ich schon zwei schöne Geburten hatte (ohne Komplikationen, ohne Traumata, ohen Schnitte, Nähte, Risse…). Ich merke aber auch, daß ich ruhiger werde, je näher ich wieder dem Thema komme. Ich merke, wie ich wieder in Verbindung mit meiner inneren Kraft komme. Wie hab ich neulich so schön gelesen: in Verbindung mit meiner urweiblichen Kraft. Das klingt doch toll, oder?

Die Meditationen
Mit dem Mann mache ich jeden Sonntag eine Meditation für uns und das Baby. Das ist eine wunderschöne Zeit für uns drei. Wir suchen uns jedesmal eine andere meditation aus, je nachdem, was sich grad richtig anfühlt. gestern war es eine Heilmeditation. Das bewegt in mir so tief was und fühlt sich so wohlig an. Ich mag diese Verbindung mit dem mann, die so ganz ohne Sprache, Berührung und Blickkontakt auskommt. Auf einer ganz anderen Ebene. Ich hoffe, daß wir dieses kleine Ritual auch nach der geburt beibehalten können.

Der Nestbau
Der Babypullover ist fertig und ein kuscheliger Kokon. Der Schwank füllt sich mit Sachen, ich habe Umstandssachen nachbestellt (Second Hand von einer Bekannten übers Internet) und Angebote für Babykleidung und Stoffwindeln bekommen (tausend Dank!!) Das ist alles wunderbar und fügt sich genau so, wie es sein soll. Unser Bett sollte nun hoffentlich auch bald geliefert werden. Lang genug liegt die Bestellung ja nun schon zurück.

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6 Responses to “Schwangerschaftsgedanken VIII”


  1. 1 blumenpost 23. Januar 2012 um 13:28

    Zu der Versicherungssache: ich meine dass alles was mit Geburt und erster Untersuchung des Babys zu tun hat der Mutter zugerechnet wird. Nur bei Krankheit würde es dann über die Versicherung des Babys laufen.
    (Grad heute was zu dem Thema gelesen, da es bei mir auch ansteht.)

    Alles Gute weiterhin für dich und die wachsende Springforelle.

  2. 2 Micha 23. Januar 2012 um 14:28

    Oje, das war ja sicher ein großer Schreck! Ich war wirklich erleichtert zu lesen, dass dann doch alles gut verlaufen ist und wünsche dir für deine Schwangerschaft weiter alles Gute.
    LG, Micha

  3. 3 Frische Brise 23. Januar 2012 um 16:05

    Alles Gute weiterhin! ✿

  4. 4 simone 23. Januar 2012 um 16:52

    Wir sind alle privat versichert, die U1 und die Besuche der Hebamme liefen über mich, ab der U2 war das Kind alleine versichert.

    liebe Grüsse Simone

  5. 5 Miss Vergissmeinnicht 24. Januar 2012 um 18:55

    Passt auf euch auf! Alles Liebe weiterhin!

  6. 6 Stefanie 25. Januar 2012 um 21:22

    Liebe Ramona,
    alleine das Wort Krankenhaus jagt mir Schauer über den Rücken. Wir haben uns ja 4 mal für die Hausgeburt entschieden und es war jedesmal die richtige Entscheidung. Nummer 4 hätte ich im Treppenhaus bekommen wenn ich versucht hätte in die Klinik zu fahren, denn Dank Magen-Darm Virus habe ich die Wehen nicht gespürt (erst die Presswehen). Leider waren die drei „Großen“ bei Tristans Geburt nicht dabei, er war einfach zu schnell- keine Zeit mehr zum wecken … Als Familie hat uns jede Schwangerschaft und Geburt näher gebracht, die großen waren bei jeder Untersuchung etc. dabei. Ich bin sehr sehr dankbar für diese wunderschönen Geburten und das wir alle das gemeinsam als Familie erleben durften.
    Was die Ängste betreffen, das das mit jedem Kind mehr wird kann ich bestätigen. Ich denke das das aber auch damit zusammen hängt das man ja doch schon gewisse Erfahrungen als Schwangere und Mutter hat. Beim ersten Kind, wo ja wirklich alles neu und aufregend ist beschäftigt man sich erstmal mit den grundlegenden Sachen. Nach dem ersten Kind wenn man seine Erfahrungen gemacht hat und sich bei vielem auch Routine einstellt, man seinen weg gefunden hat bleibt dann Zeit „tiefer zu gehen“, tja und da gehören dann (leider) auch Ängste dazu. Aber was ich auch sagen kann, das mich jede Schwangerschaft und Geburt trotz vieler Ängste stärker gemacht hat.
    Ich wünsche Dir die nötige Kraft und Ruhe für die restliche Schwangerschaft. Und das Du Deine Ängste überwinden und an Ihnen wachsen kannst.
    Liebe Grüße
    Stefanie
    PS: Solltest Du noch etwas für den Bauchzwerg benötigen, meld Dich bitte, eine Nummer fünf ist nicht bei uns geplant und ich habe noch sooooooo viele Sachen (Mädchen und Jungs ;) )


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