Alle Tage (All-tag)

Heute ist ein besonderer Freitag. Ich sitze hier und geniesse meinen Tee, die Wohnung ist ruhig, ich kann entspannt in den Tag gleiten. Draussen schneit es in dichten kleinen Flocken und lässt die Schneedecke wachsen. Ich bin ohne Wecker aufgestanden, hatte keine Zeitnot am morgen und alles war wirklich entspannt. Denn heute hat der Mann das Auto. Der Wolf ist mit den Nachbarn zum Kindergarten gefahren und wird auch wieder gebracht. Die Tochter hat den Bus zur Schule genommen. Falls wir den nicht geschafft hätten, wäre sie mit dem Mann mitgefahren. So mag ich das.

Doch wie sieht ein anderer, ein typischer Alltag für mich aus?

Um 6:30 Uhr klingelt mein Wecker. Vielleicht eine Viertelstunde später stehe ich auf und wecke die Tochter. Der Wolf ist meistens mit mir wach. Ich versuche dann bis 7:00 aus dem Bad raus zu sein, bin dem Wolf beim Anziehen behilflich und gehe mit ihm nach unten, um Frühstück zu machen. Zuerst das Frühstück & Vesper für die Tochter. Nebenbei ein Frühstück für den Wolf, der meist schon hungrig am Tisch sitzt oder spielt (oder wie heute, draussen Schnee schiebt). Dann kommt meist ziemlich knapp die Tochter zum Frühstück. Oft muss ich sie bisschen an die Zeit erinnern, damit sie ihren Bus nicht verpasst.
7:35 Uhr zieht sich die Tochter an, um zum Bus zu gehen (im Idealfall schafft sie es, 7:40 Uhr das Haus zu verlassen). Wenn sie weg ist, kümmere ich mich um das Wolfs-Vesper für den Kindergarten. Und um mein eigenes Frühstück. Um diese Zeit taucht dann auch der Mann auf und macht Smoothie & sein Frühstück. Wenn wir gut in der Zeit liegen, verlassen wir drei dann gegen 8:05 Uhr das Haus und fahren zum Bahnhof (10 km), damit der Mann die S-Bahn zu Arbeit nehmen kann. Dann bringe ich den Wolf zum Kindergarten (vom Bahnhof aus 14 km) und fahre nach Hause. Wenn wir spät dran sind, bringen wir erst den Wolf zum Kindergarten, dann den Mann zum Bahnhof.
Wieder daheim (so gegen 9:00 Uhr), beginnt mein Arbeitstag. Ich arbeite dann bis ca 13:30 Uhr an meinen diversen Kunden-Projekten & Bestellungen. Zwischen 11-12:00 Uhr, je nach Hunger, lege ich eine kleine Mittagspause ein. Wenn schönes Wetter ist, gehe ich noch 30 min Spazieren. War aber jetzt in den letzten Tage aufgrund von Glätte und Kälte und genereller Lethargie meinerseits eher nicht der Fall. Leider. Gegen 13:30 Uhr kommt die Tochter von der Schule. Ich begrüße sie kurz und hole dann den Wolf vom Kindergarten ab. Dann kümmere ich mich um was zu Essen für die Bande.
Den Nachmittag versuche ich offline zu verbringen (das kommt drauf an, was anliegt. manchmal hab ich so viel zu tun, daß ich auch nachmittags arbeite). Dann kümmere ich mich bisschen um den Haushalt (Wäsche, Küche etc) und erledige Kleinkram. Manchmal komme ich auch dazu, eine Reihe zu stricken. Die Kinder verbingen den Nachmittag entweder daheim oder bei den Nachbarn oder draussen.
Gegen 17:30 Uhr beginne ich, das Abendessen vorzubereiten. Meistens schickt mir der Mann dann um diese Zeit eine SMS, wann wir ihn am Bahnhof abholen können. Das ist zwischen 18-19 Uhr. Manchmal esse ich mit den Kindern also vorher zu Abend, manchmal holen wir den Mann vorher ab und essen dann gemeinsam. Die Tochter kommt selten mit zum Bahnhof. Sie verbringt die Zeit dann mit oder bei ihrer Freundin.
Bis 20:00 Uhr versuchen wir, die Kinder im Bett zu haben. Während der Mann den Tisch abräumt und sich um die Küche kümmert, gehe ich mit dem Wolf ins Bad. Dann liest der Mann mit dem Wolf 2 Bücher (und ich kümmere mich um die Tochter und was so anliegt. Wärmflasche machen, Bett richten, Lüften etc). Wenn die beiden leser fertig sind, lege ich mich zum Wolf und er schläft kuschelnd ein (dauert selten länger als 10 min).
Wenn die Kinder im Bett sind und die Wohnung halbwegs wieder wohnlich aussieht, sitzen der Mann und ich noch bisschen beisammen, besprechen Projekte, planen die nächsten Tage oder machen jeder unseres (stricken, Internet surfen, Blogeinträge schreiben). Gegen 22:00 Uhr versuche ich ins Bett zu kommen. Meistens wird es aber doch 23:00 Uhr, weil die Zeit so kurz ist, die ich abends mit dem Mann für Gespräche habe.
Die Nächte sind meistens ruhig und entspannt. Momentan ist es etwas unruhiger, da wir ja die neue Bettensituation haben und uns da erst wieder finden müssen. Es zeichnet sich wohl ab, daß der Mann unters Dach in die Klause auswandert und ich das große Bett für mich allein haben werde (noch).

Und die Ausnahmen?

  • Montags kommt die Tochter erst gegen 16:30 aus der Schule. Da hat sie Mittagessen & Nachmittagsangebot (Natur & Musik)
  • Dienstags fahre ich die Tochter und die Freundin gleich nachdem ich den Wolf abgeholt habe (14:00 Uhr) zum Reiten. Dort bleiben die Mädels bis 17:00 Uhr und werden von der Freundinmama abgeholt.
  • Tage, an denen der Mann das Auto hat und der Wolf entweder daheim bleibt oder vom Nachbarn mitgebracht wird.
  • Tage, an denen ich das Auto habe und der Mann noch zu Abendveranstaltungen in der Stadt ist und ich ihn spätabends am Bahnhof abhole

Was mir noch fehlt und ich nicht so recht schaffe, einzubauen:

  • Zeit für Bewegung, Frischluft, Yoga, Meditation
  • mehr Muße & Motivation, was mit den Kindern zu machen (da ist momentan auch der Altersunterschied und die damit verbundenen Interessen etwas schwierig)
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6 Responses to “Alle Tage (All-tag)”


  1. 1 Pia 10. Februar 2012 um 09:57

    schön aus anderen Alltagen zu lesen :-)

    Muss ich mal überdenken, wie unsere Struktur so aussieht. Manchmal sind wir ja auch verabredet oder bekommen Besuch. Und darüber hinaus gibt ganz viel das Baby den Tagesablauf vor, wenn ich so recht überlege. Ich werde deinen Post mal als Anlass nehmen unsere Struktur(en) zu überdenken und aufzuschreiben…. Soviel gibt es da grade glaube ich nicht, weil ich ja grade ein zu-Hause-mit-dem-Baby-Jahr genommen habe….Und wir dadurch, dass wir noch kein Schulkind haben auch mal flexibel alles umwerfen können, das empfinde ich als richtigen Luxus.
    Liebe Grüße!

    • 2 jademond 10. Februar 2012 um 10:04

      Es IST Luxus, noch kein Schulkind zu haben. Es gibt Tage, da komme ich überhaupt nicht damit klar, jeden Morgen so früh aufzustehen, um das Schulkind zu betreuen. Was mag ich da die lässigen Wochenenden. Ahh. Aber bald wird alles noch ganz anders. Mit Baby daheim. Und dann 4 jährigem. Und 10 jähriger. Ich bin gespannt.

  2. 3 Kathrin 10. Februar 2012 um 10:18

    Heute habe ich auch einen entspannten Tag, auch bei uns hat heute der Mann das Auto und bringt die Kinder vor der Arbeit zum KIndergarten und holt sie nach der Arbeit wieder ab. Toll so ein Einstieg ins Wochenende!
    (Zudem habe ich heute Geburtstag UND gehe gleich zum Friseur – freu!)

    Mein Tagesablauf klingt recht ähnlich, nur dass ich morgens nähe;)
    Und ich sollte nachmittags weniger arbeiten, wenn die Kinder da sind und mehr mit ihnen gemeinsam den Nachmittag verbringen.

    Und ja, es ist ein großer Luxus ohne Schulkind planen zu können. Aber man gewöhnt sich auch daran und es ist auch schön zu wissen, dass sie wirklich immer selbständiger werden!

    Den Alltag zu überdenken tut gut und hilft Zeitfresserfallen zu entlarven.

    • 4 jademond 10. Februar 2012 um 10:22

      Na dann wünsche ich dir doch einen wundervollen Geburtstag! lass dich verwöhnen.

      Und ja. Ich geniesse es auch sehr, daß die Schulkind-Tochter schon so selbständig ist. Gestern zB hat sie Abendessen gemacht während ich den Mann abgeholt habe.

  3. 5 Frau Weh 10. Februar 2012 um 13:48

    Wir müssen ja auch sehr strukturiert im Alltag sein, da ich in der Regel spätestens um 6.50 Uhr das Haus verlasse. Von daher kann ich gut nachvollziehen, wir sehr du die Wochenenden genießt. Andererseits habe ich aber auch erfahren, dass uns als Familie diese Struktur ganz gut tut – wenn es nicht in Stress ausartet. Aber natürlich bleibt einem selber in dem ganzen Trubel wenig Zeit für sich selber. Ein häufig zitierter Satz im Hause Weh, wenn es um die Freizeitgestaltung der Erwachsenen geht, ist daher auch „wenn die Kinder mal größer sind“… ;-)
    Liebe Grüße!

  4. 6 winnieswelt 11. Februar 2012 um 18:41

    Ohje,
    ich habe da ja einen ganz anderen Alltag, obwohl ich mit den Kindern (9, 7 und fast 2) ja fast gleich mit dir liege. Ich komme irgendwie auch nicht wirklich dazu, mich intensiver mit den beiden großen zu beschäftigen – SIE ist in der Vorpubertät – schrecklich – und ER will immerzu bespaßt werden. Die KLEINE ist derzeit am pflegeleichtesten – sie hat ihren Rhythmus und fordert den auch ein.
    Meine Tage starten ja 3 Uhr morgens schon – mein Mann bleibt meist at Home.
    So verschieden ist das Leben. Ich weiß gar nicht, ob ich es anders haben wöllte oder ob es so OK ist. Man arrangiert sich ja doch mit dem, was man hat. Ich nehme mir aber immer so viel vor, was ich besser machen könnte, dabei habe ich nicht einmal einen Plan, was mein Mann hier Tag für Tag bewältigt.


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