Kuhstallgeschichten, die zweite

kuhstall11

Die töchterliche Begeisterung für ihre Kühe nimmt nicht ab. Jede freie Minute verbringt sie bei ihren Kälbchen und im Kuhstall. Begeistert verfolgt sie Geburten, leidet mit den kranken Tieren, trauert um verstorbene Kälbchen und vergibt Namen für die frisch geborenen (und schreibt sie auf die Ohrmarke). Sorgfältig führt sie Kartei, welche Kuh welche Kälbchen zur Welt gebracht hat. Neulich hat sie in der Schule ein Referat über Kühe gehalten. Dazu hat sie sich sogar Unterlagen der Bäuerin zur Milchmenge, Herkunft und sonstigen Details ausgeliehen.
Jetzt durte ich die Bäuerin auch mal kennenlernen. Eine sehr nette Frau mit herzensguten Augen. Sie hat sich sehr löblich über die Tochter geäußert. Wie sie im Kuhstall mithilft und daß sie jederzeit gern gesehen ist. Sie hat mir erzählt, daß sie grad dabei sind, den Kuhstall auf Biobetrieb umzustellen, daß es bald einen größeren Laufstall und Weiden geben wird.
Ich betrachte das weiterhin mit gemischten Gefühlen. Ist doch jede Milch die Milch von trauernden Müttern und eigentlich zur Aufzucht von ihrem Nachwuchs gedacht, nicht dafür, daß Menschen sich daran bereichern, weils ihnen eben schmeckt.
Aber die Tochter hat viel Spaß, ist sehr ausgeglichen und hat etwas, wofür sie sich begeistern kann. Sie plant sogar schon die nächste Übernachtung im Kuhstall.

3 Responses to “Kuhstallgeschichten, die zweite”


  1. 1 Manfred Blanke 26. Juli 2012 um 08:39

    Zum Thema Milch bringt am kommenden Montag, dem 30. Juli um 22:00 Uhr, das NDR-Fernsehen eine 45-minütige Dokumentation unter dem Titel „Die Milchlüge“, die ursprünglich am 7. Mai gesendet werden sollte, aber kurzfristig aus dem Programm gestrichen wurde. „45 Min – Die Milchlüge macht sich auf die Recherchereise, um mit dem Mythos Milch aufzuräumen. Ich bin mal gespannt.

  2. 2 Sonja 26. Juli 2012 um 10:55

    Hi Ramona,
    Echt schön, wie sich Deine Tochter kümmert. Wie leidenschaftlich und ausdauernd sie daran geht!

    Was das Thema Milch angeht, habe ich mir auch schon oft kritisch Gedanken zu dem Thema gemacht und Du hast auf jeden Fall Recht, mit dem was Du schreibst.
    Ich gehöre wohl zu denjenigen, die sich gerne immer weiter verbessern hinsichtlich eines ethisch korrekten Lebensstils und ich glaube, dass ich dass schon recht gut hinkriege, aber es ist natürlich immer weiter ausbaufähig.
    Ich glaube aber, es wird sehr lange dauern, bis ich mich von Milch gänzlich trennen kann.
    Ich versuche schon vergleichsweise wenige, FAST ausschließlich Bio-Milch-Produkte zu benutzen, aber auch hier ist es noch die vom Supermarkt und meistens nicht von den „richtigen“ Bio-Herstellern. Denn es ist nunmal auch eine finanzielle Frage (…als mittlerweile Alleinerziehende)

    Und ich tue mich glaube ich echt schwer, z.B. einen frischen Pflaumenkuchen ohne einen dicken Klacks Sahne zu kredenzen;-)
    Ja, es ist Konsumgeilheit (wenn in meinem Fall auch eine eher bescheidene), keine Frage.

    Mit dem Vegetarismus ist es bei mir genau das Gleiche. Wenig Fleisch, gerne Biofleisch (aus dem Suermarkt) aber ganz verzichten noch nicht geschafft (bis auf ein Jahr als ich 16 war und da schrie mein Innerstes täglich: Ich möchte wieder Spaghetti Bolognese essen…)

    Liebe Grüße, Sonja

  3. 3 frau siebensachen 26. Juli 2012 um 12:21

    sieh es als großartige gelegenheit für deine tochter, genau die problematische seite der kuhhaltung hautnah zu erleben. (und daß die bauersleut auf bio umstellen, ist ja immerhin schon ein bißchen was…)


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